Verwaltungsdigitalisierung ist für Kommunalverwaltungen ein zentraler Schlüssel, um auch in Zukunft leistungsfähig, bürgernah und effizient arbeiten zu können. Zunehmende Aufgaben und knappe personelle Ressourcen erfordern moderne, digitale Strukturen. Digitalisierung sollte als ganzheitliche Organisationsaufgabe verstanden werden: Nicht allein digitale Tools oder die digitale Bereitstellung von Dienstleistungen und Online-Anträgen sind entscheidend, sondern die Optimierung der internen Arbeitsabläufe und der Abbau von Medienbrüchen innerhalb der Verwaltung machen die Potenziale der Digitalisierung erst wirklich spürbar.
Die Verwaltungsdigitalisierung umfasst:
- Digitalisierung des Bürgerservices und des Antragswesens (Onlinezugangsgesetz)
- Digitalisierung der Registerlandschaft für einen verwaltungsübergreifenden, digitalen Datenaustausch (Registermodernisierung)
- Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Automatisierung von Arbeitsabläufen und Vereinfachung von Recherchen oder Prüfungen
- Bereitstellung von Daten im Sinne des Open Data-Ansatzes
- Nutzung von Daten im Smart City-Kontext
Grundvoraussetzung für all diese Maßnahmen ist eine starke Cybersicherheit: Nur mit geschützten Daten und stabilen Systemen kann digitales Verwaltungshandeln dauerhaft reibungslos erfolgen. Digitalisierung und KI bieten den Kommunen somit die Chance, Prozesse effizienter zu gestalten, Servicequalität zu erhöhen und Verwaltungshandeln zukunftssicher zu machen.
Verbandsarbeit
Der Gemeindetag unterstützt seine Mitgliedsstädte und -gemeinden bei der digitalen Transformation – strategisch und operativ. Mit dem Positionspapier „Digitales Rathaus – gemeinsam zur zukunftsfähigen Verwaltung“ (30.09.2024) skizziert er ein kommunales Zielbild und konkrete Maßnahmen. Dieses dient als Orientierungshilfe für alle jene, die die digitale Transformation von Kommunen begleiten.
Ein zentrales Umsetzungselement der Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg ist die E-Government-Vereinbarung Land-Kommunen: Das Ministerium des Innern, für Kommunen und Digitalisierung und die Kommunalen Landesverbände haben darin Leitlinien für die gemeinsame Umsetzung definiert – insbesondere für das Onlinezugangsgesetz.
Eine wesentliche Rolle bei der erfolgreichen Gestaltung der Verwaltungsdigitalisierung kommt dem kommunalen IT-Dienstleister Komm.ONE zu. Der Gemeindetag bringt mit großem Engagement und auf vielen Wegen kommunale Bedarfe frühzeitig in die Arbeit der Komm.ONE ein, unter anderem durch:
- Mitwirkung in Gremien wie Verwaltungsrat und Mitgliederbeiräten der unterschiedlichen Größenklassen
- Beteiligung in Experten- und Strategiekreisen zur Verwaltungsdigitalisierung
Ergänzend bietet der Gemeindetag seinen Mitgliedern ein breites Unterstützungsportfolio: digitale Informationsveranstaltungen, Expertengespräche zu Digitalisierung, KI und Cybersicherheit sowie seit 2026 landesweite Digitaltage. Darüber hinaus stellt er Leitfäden und Handlungshilfen bereit – etwa KI-Leitlinien für Kommunen, Muster für Informationssicherheitsleitlinien und ein Übersichtspapier zum Umgang mit Cybersicherheitsvorfällen. So werden Kommunen bei Strategie, Organisation und Praxis unterstützt – von der Prozessanalyse bis zur Einführung neuer Dienste.